Junge Gemeinde Jena und viele andere machen heute mobil gegen „Thügida“ in Eisenberg
(JEZT / JG STADTMITTE / SHK) – Am heutigen Montag, den 20.04.2015, will “Thügida” nachmittags in Eisenberg demonstrieren. Die Demonstration soll provokativ die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Eisenberg als Ziel haben. Um 18 Uhr wird aber auch auf zwei antirassistischen und antifaschistischen Kundgebungen in Eisenberg mobil gemacht.
Am sog. „Hiltlergeburtstag“ hat die nationalistische „Thügida“ eine Demonstration in Eisenberg angemeldet, deren Organisator „der bekennende Greizer Neonazi David Köckert“ ist, wie es die Junge Gemeinde Jena formuliert; Köckert, der dort für die NPD im Stadtrat sitzt, sei es auch gewesen, so die JG, der im Herbst 2013 gewaltbereite Neonazis und so genannte „besorgte Bürger“ in Greiz mobilisierte um mit fremdenfeindlichen Hassparolen und Fackeln gegen eine dort entstehende Unterkunft für geflüchtete Menschen zu marschieren.
Beklemmend sei, so die Jenaer Junge Gemeinde, dass es nun auch in Eisenberg eine solche Demonstration geben soll, die im Verkehrsgarten ihren Ausgangspunkt hat und über die Zeilbäume in Richtung der zentralen Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in der Jenaer Straße ziehen soll. Bis zu 300 Neonazis und rassitisch motivierte Bürger in Eisenberg, zudem noch am „Hiltler-Geburtstag“, ist inakzeptabel, weshalb alle antirassistisch und antifaschistisch eingestellte Menschen aus Eisenberg und ganz Thüringen „dem Mob aus krakelenden Rassist_innen und gewalttätigen Neonazis“ zeigen müsse, dass sie hier und überall mit direktem Protest und Widerstand zu rechnen haben, „sobald sie aus ihren Löchern gekrochen kommen“, schreibt die JG.
Auch viele andere Menschen, darunter der Landrat des Saale-Holzland-Kreises, Andreas Heller, haben für heute Nachmittag zu Protesten gegen die Demo des Thüringer Pegida-Ablegers in Eisenberg aufgerufen, so dass dort mit erheblichem Widerstand gegen die Veranstaltung zu rechnen ist. Landrat Heller verwahrte sich jedoch gegen Kritik am Landratsamt, wonach der Aufzug hätte verboten werden müssen. Aus rechtlicher Sicht liege dafür kein Grund vor, hatte er am Samstag in einer Mitteilung erklären lassen; dazu sei auch mit dem Innenministerium und anderen Sicherheitsbehörden gesprochen worden, wie es hieß.
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