„Gigantische Eisspirale“: Es gibt neue perspektivische ESA-Fotos von der nördlichen Polkappe des Mars

Perspective view of Mars north polar ice cap © ESA DLR FU Berlin with NASA MGS MOLA Science Team
(BERNHARD DOEPFER) – Die Europäische Weltraumagentur ESA hat in dieser Woche Bilder der nördlichen Pol-Eiskappe des Planeten Mars veröffentlicht, die aus Aufnahmen ihrer Sonde „Mars Express“ zusammengesetzt wurden.
Wie die ESA auf ihrer Internetseite schreibt, hat die permanente Eiskappe des Roten Planeten einen Durchmesser von etwa 1100 Kilometer und ihre Eisschichten sind bis zu etwa zwei Kilometer dick, wie die ESA und die US-Raumfahrtagentur NASA mit Radarmessungen berechnet haben. Die Eiskappe besteht demnach aus einem Gemisch aus Wassereis und Eis aus Kohlendioxid. Ihre spiralähnliche Form stamme vermutlich von starken Wirbelwinden, ähnlich wie Hurrikans, teilte die ESA mit.
Im Marswinter fallen die Temperaturen im Norden des Planeten auf unter minus 125 Grad Celsius, wie das beteiligte Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt erklärt. Zu der Jahreszeit kondensiere ein Teil des Kohlendioxids aus der Marsatmosphäre zu Eis und fällt dann langsam auf die Oberfläche des Planeten zurück – dadurch wachse die nördliche Wintereiskappe Richtung Süden an. Das nachfolgende Fotomosaik wurde durch Zusammenfügen von 32 individuellen Überfliegungsstreifen aus dem Mars-Orbit generiert, die „Mars Express“ zwischen 2004 and 2010 an die Erde gesandt hatte und die eine Gesamtfläche von rund einer Million Quadratkilometern umfassen.

Colour mosaic of Mars north polar ice cap with the Chasma Boreale canyon below © ESA DLR FU Berlin CC BY-SA 3.0 IGO
Wie das DLR berichtet, gehe das Kohlendioxid-Eis nach dem Mars-Winter vom festen direkt in den gasförmigen Zustand über, lasse aber die Wassereisschichten zurück. Durch die großen Temperaturunterschiede zwischen dem Polargebiet und den gemäßigten Breiten des Planeten entstehen außerdem laut DLR starke Stürme.
Auffällig auf den beiden Bildern ist im Übrigen neben den spiralförmigen Eisflächen ein großer Graben, „Chasma Boreale“, der fast 500 Kilometer lang und bis zu 100 Kilometer breit ist. „An den steilen Abhängen sind Schichtungen zu sehen, die, ähnlich Baumringen, den jahreszeitlichen Wechsel von Eisablagerung und Staubbedeckung durch die Marsstürme widerspiegeln“, berichtete das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
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