„Riesiger Eisberg voraus…“: Am Larsen-C-Schelfeisfeld brach eine Eisinsel ab, mit der doppelten Fläche von Luxemburg
Bereits seit mehr als zwei Jahren bahnten sich an der Ostküste der antarktischen Halbinsel dramatische Ereignisse an: Ein knapp 100 Meter breiter Riss bildete sich damals im Eis des Larsen-C-Schelfeises und wuchs immer weiter in die Länge. Im Mai 2017 war das Rissende bereits bis auf 20 Kilometer an die Eiskante herangekommen und hatte sich zudem gegabelt. Gestern passierte es nun: Das Eisfeld brach vollständig ab und der neu entstandene Eisberg bzw. die Eis-Insel misst etwa 5.800 Quadratkilometer. Das entspricht in etwa der doppelten Fläche von Luxemburg und damit verlor die Eisplatte Larsen-C auf einen Schlag mehr als ein Zehntel ihrer Schelfeisfläche.
Adrian Luckman von „Project MIDAS“: „Die Eisinsel verdreifachte inzwischen ihr Tempo und zeigt nun die schnellsten Strömungsgeschwindigkeiten, die jemals auf Larsen-C gemessen wurden.“ Doch was passiert weiter und wohin treibt es den riesigen Eisberg? „Mit dem Abbruch hat sich die Schefeiskante so weit Richtung Land zurückversetzt, wie noch nie zuvor beobachtet. Dieses Ereignis wird die Landschaft der antarktischen Halbinsel fundamental verändern“, befürchtet Luckman und benennt auch die Gründe für seine Meinung und die seiner Wissenschaftskollegen.
Die meisten Eisforscher gehen momentan davon aus, dass das Kalben des gigantischen Tafeleisbergs auch den Rest des Larsen-C-Schelfeises destabilisieren wird. „Wir haben ermittelt, dass die neue Konfiguration weniger stabil sein wird als es das Eis vor dem Abbruch war“, so Luckmann für die MIDAS-Forscher. Es könnte sogar sein, dass das Larsen-C-Schelfeis nach dem Kalben der neuen Eis-Insel in den kommenden Jahrzehnten komplett zerbricht – ähnlich wie es im Jahr 2002 beim benachbarten Larsen-B-Schelfeis nach einem vergleichbaren Eisabbruch passierte.
Wohin der Riesen-Eisberg des Larsen-C-Schelfeises driften dürfte, haben Noel Gourmelen und dessen Kollegen von der University of Edinburgh mit Hilfe von Daten des ESA-Radarsatelliten Cryosat ermittelt. „Wir haben die Höhe des Eises über dem Meer kartiert und vorausgesagt, dass der Eisberg 190 Meter hoch aus dem Wasser ragen wird“, berichtet Gourmelen. Auch sei es sehr wahrscheinlich, dass der Eiskoloss bis zu 210 Meter tief ins Wasser eingetaucht ist – dann dürfte er rund 1.115 Kubikkilometer Eis umfassen. Ein großes Risiko für die Schiffahrt durfte sein weiteres Zerbrechen in immer kleinere Einzelteile sein, sobald der gigantische Eisberg in wärmere Gefilde treibt.
Da der neue Larsen-C-Eisberg auch in internationale Schifffahrtsrouten driften könnte, wird seine Bahn seit gestern mittels Satelliten genau überwacht. Die Wissenschaftler sind sich unter Berücksichtigung von Meeresströmungen jedoch so gut wie einig, dass er nach Norden treiben wird an der Südspitze von Feuerland vorbei in Richtung der Falkland-Inseln. Dann dürften seine weiteren Abbruchteile auch zu einer Gefahr für Schiffe werden, welche die Drake-Passage an der Südspitze Südamerikas durchfahren, hieß es gestern.
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